Verbraucherverhalten

In vielen Sektoren der Kunststoffanwendung entscheidet der Verbraucher über den Markterfolg. Durch Marktforschung im Bereich der Bioverpackungen kann man zeigen, dass Biokunststoffe und konventionelle Kunststoffe dabei recht unterschiedlich betrachtet werden. Konsumenten wünschen sich demnach mehr Produkte aus Biokunststoffen am Markt.

SalatverpackungFrischeverpackung für Salat
©  Cedap

Im Jahr 2002 wurden 600 Bürger im Rahmen des Modellprojektes Kassel hinsichtlich ihrer Meinung zu Biokunststoffen und biologisch abbaubaren Verpackungen umfassend befragt. Einige Aussagen dieser Befragung (alle Ergebnisse auf www.modellprojekt-kassel.de):

  • Nahezu 90 Prozent gaben an, die Idee herkömmliche Kunststoffverpackungen durch kompostierbare zu ersetzen, sei "gut" oder sogar sehr gut"
  • 80 % der Käufer von Verpackungen stuften deren Qualität als gut oder sehr gut ein
  • 87 Prozent würden die Produkte wieder kaufen – ein sehr hoher Wert
  • Lebensmittel, aber auch Kosmetika und Hygieneartikel sollten so verpackt werden

Diese Resultate werden auch von einer Studie der Grapentine Company aus dem Jahr 2003 gestützt, in der in vier europäischen Ländern – darunter auch Deutschland – Konsumenten befragt wurden. Die Studie kommt darüber hinaus zu dem Ergebnis, dass der Warenkorb im Handel wie auch die Bindung des Käufers zum Handel wächst, wenn Produkte aus Biokunststoffen angeboten werden. Die neuen Verpackungen verbessern sowohl das Image des Produktes als auch des Herstellers und Lieferanten. Biokunststoffprodukte können demnach einen zusätzlichen Kaufanreiz liefern. Im Wettbewerb bieten sie ein Alleinstellungsmerkmal im Marketing – ein sehr guter Ansatz zur Differenzierung von Produkten und Marken.
 

Richtig Sortieren beim Kompostieren

Auch bei der Entsorgung und Verwertung von Biokunststoffprodukten durch Kompostieren spielt das richtige Verhalten des Verbrauchers eine wichtige Rolle. Eine entsprechende Kennzeichnung und Aufklärung ermöglicht es ihm, kompostierbare Kunststoffprodukte von konventionellen zu unterscheiden und diese nach Gebrauch im Haushalt richtig zu sortieren. Im Praxistest in Kassel mit 100.000 beteiligten Haushalten konnte wissenschaftlich belegt werden, dass so eine gute  Trennschärfe bei der Sortierung möglich ist. Mehr als 60% der Produkte landeten im Bioabfall, die Fehlwurfquote durch konventionelle Kunststoffverpackungen im Kompost erhöhte sich im Testzeitraum nicht.