Verpackungen
Bioverpackungen sind heute in vielen europäischen Supermärkten zu finden, damit ist ein Anfang im größten Anwendungssegment für Kunststoffe gemacht (etwa 35% Anteil am Gesamtverbrauch). Es waren die Supermärkte - Sainsburys / UK sei als Pionier genannt - welche die Chancen von kompostierbaren Kunststoffverpackungen als erste erkannt haben. In Europa kann man die Produkte inzwischen fast überall im Regal finden, auch wenn man sie manchmal noch suchen muss. In Europa promoten Märkte wie Delhaize (Belgien), IPER (zu Carrefour gehörend, Italien), Albert Heijn (Niederlande) oder Migros (Schweiz) aktiv Bioverpackungen.
Heute werden vor allem ökologisch erzeugte Lebensmittel, aber auch konventionelles Obst und Gemüse oder Brot und Gebäck in "Bio" verpackt. Netze, Trays, Flowpack, ob aus Polymilchsäure PLA, aus Cellulose- oder aus Stärkewerkstoffen, sind im Einsatz. Bedeutende Obst- und Gemüsehandelsunternehmen wie die niederländischen Greenery oder EOSTA betreiben Strategien zur Umstellung des gesamten Sortiments. Im letzten Jahr wurden erstmals zwei Hersteller mit PLA Wasserflaschen im Markt gesichtet, auch Getränkeflaschen werden mithin als chancenreiche Anwendungen für Biokunststoffe angesehen. Nicht nur das Spektrum der Produkte hat sich erweitert, auch die Zahl der Hersteller, Vertreiber und Nutzer ist gewachsen. Biokunststoffverpackungen werden immer beliebter.
Oft sind die funktionellen Eigenschaften bei der Anwenderentscheidung ausschlaggebend, der Umwelt- oder Imagegedanke und die sehr hohe Verbraucherakzeptanz wirken zusätzlich unterstützend. Biokunststoffe haben je nach Typ ein Profil, welches sich in Eigenschaften wie Glanz, Barriere, Antistatik, Bedruckbarkeit, Haptik zum Teil deutlich von klassischen Kunststoffen unterscheidet. Das schränkt die Nutzung entweder ein oder macht sie zum Vorteil. Bei frischen, also kurzlebigen Lebensmitteln gibt es solche Verpackungsvorteile, am wichtigsten ist die mögliche Verlängerung der Haltbarkeit von Frischprodukten im Handel. Die intelligente Nutzung des Eigenschaftsprofils ist der Schlüssel zum Markterfolg.
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| Bio-Nudeln in kompostier- barer Verpackung. © Birkel |
Flowpacks und Trays für Gemüse © European Bioplastics |
Flowpack-Beutel zur Verpackung von Gemüse. © Natura |
Für Supermärkte ist es außerdem ein enormer Vorteil, nichtverkäufliche, verdorbene Lebensmittel gemeinsam mit der Verpackung kostengünstig zu kompostieren, anstatt mit hohem Aufwand Inhalt und Verpackung zu trennen. Lebensmittelreste stören diese Verwertung nicht im Geringsten. Das gilt auch für kompostierbare Serviceverpackungen, also für Trays, Teller, Becher oder Besteck. Die Produkte sind an der Delikatessen- oder Catering-Theke im Handel, genauso wie bei Großveranstaltungen immer häufiger anzutreffen.



